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Experimentelle Kunst in Christie 3D

Galeriebesucher konnten das selbst herausfinden – in einer erstaunlichen, stereoskopischen Installation.

Canada

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Mirage HD14K-M

Experimentelle Kunst in Christie 3D

Eines Nachmittags entdeckte Ruth Gibson einen faszinierenden Ortsnamen auf einer Karte mit abgelegenen arktischen Inseln nahe Norwegen. „Abandoned“ (Verlassen) ist offenbar tatsächlich ein Ort auf der Insel Svalbard. Als die experimentellen Künstler Ruth Gibson und Bruno Martelli den begehrten künstlerischen Sommeraufenthalt in unserem kanadischen Hauptsitz gewonnen und das erhalten hatten , was Bruno als „raren Zugriff“ auf zwölf stereoskopische Mirage DLP-Projektoren bezeichnet, schufen sie ein ambitioniertes Werk mit dem Titel „In search of Abandoned“ – auf der Suche nach Abandoned.

Entstanden ist ein wirklich packendes Erlebnis, bei dem man selbst am Steuerrad steht und über die echten Berge, Täler und Hügel von „Abandoned“ navigiert, die elektronisch aus topografischen Kartendaten dargestellt werden. Reduziert auf die minimalsten Koordinaten in Schwarz-Weiß und auf Wände und Boden projiziert, entsteht ein dramatisches Erlebnis, das einen ganz zu umgeben scheint.

Die Geschichte reicht einige Jahre zurück. 2010 war Bruno auf einer Segelexpedition, um im Auftrag von Gibson „Abandoned“ zu finden. Die Reise unternahm er auf einem 100 Jahre alten Segelboot und hielt die Ergebnisse seiner Erkundung drei Jahre unter Verschluss.

Der von Christie gesponserte Gastaufenthalt im Sommer 2014 verschaffte den beiden Künstlern dann die Gelegenheit, in Christies 3D HIVE eine Weltpremiere zu präsentieren. Die Installation befindet sich an einem Begegnungsort in einer alten Lagerhalle in Kitchener, Ontario, nahe unseres kanadischen Hauptsitzes.

Gibson und Martelli erhielten hier eine Gelegenheit, die sie als seltene Chance betrachten, eine derartige Technologie nutzen zu können. „Diese Möglichkeiten erhalten im Allgemeinen Leute wie Techniker, nicht aber Künstler“, so Martelli. Mithilfe von 12 stereoskopischen Christie Mirage DLP-Projektoren wurde ihr ambitioniertes Werk, In Search Of Abandoned, im Rahmen der Biennale CAFKA14 Wirklichkeit.

Durch die offizielle Ernennung zu Artists-in-Residence wuchs ihr Ruf weiter, als sich Gerry Remers, Präsident von Christie, im Publikum befand – ein Treffen, das später zu weiteren Unternehmungen führen sollte.

So begann eine Beziehung mit der Firma, die auch nach der Heimkehr der Künstler nach Großbritannien fortdauerte.

Einige Monatespäter sprach der Kurator der Galerie QUAD in Derby die beiden im Londoner East End arbeitenden Künstler an und lud sie ein, als QUAD Digital Fellows auszustellen. „Wir zeigten ihnen die Arbeit und sie waren begeistert. Also beschlossen wir, drei Arbeiten zusammenzubringen, die noch nie gemeinsam gezeigt wurden. Sie alle sind inspiriert von der Erforschung der Arktis.“

Die Ausstellung zeigt die trostlose, packende arktische Öde. Sie bildet das Panorama einer digitalen Landschaft, die Teil einer Trilogie unter dem Namen 80°N ist. Und wieder setzten sie Christie-Projektoren ein, um ihre 3D-Kreation Abandoned zwei Monate lang zu verwirklichen.

Diesmal wurde die Welt von Gibson/Martelli von dem umfassenden Erlebnis im HIVE, das in Kitchener zu sehen gewesen war, auf eine Version mit zwei Bildschirmen (Boden und Wand) herunterskaliert – mithilfe von zwei Christie Mirage HD14K-M-Projektoren. Sie bieten 12.000 ANSI-Lumen und sind mit dualen 450-Watt-Lampen ausgestattet, sowie Full HD-Auflösung und einem Kontrast von 2500:1 – kombiniert mit Christie Twist™ – den optimalen Eigenschaften für anspruchsvolle 3D-Anwender.

Ohne die Unterstützung von Christie wäre es, so die Künstler, niemals möglich gewesen, die experimentelle Arbeit von Gibson und Martelli umzusetzen. Das gilt insbesondere für die Forschung in VR und die Bewegungserfassung auf derartigem Niveau.

Die Künstler waren also erleichtert, mit derselben Unterstützung in Derby rechnen zu können, als die Galerie QUAD 80º N ankündigte. Diese Trilogie ist das Ergebnis eines vierjährigen Forschungsprojekts mit Schwerpunkt auf der Erkundung der Arktis, die „die überwältigende Macht der Natur reflektiert, ihre Schönheit und ihre Verletzlichkeit“, wie Martelli es ausgedrückt.

Besucher der Galerie QUAD waren eingeladen, sich stereoaktive Brillen aufzusetzen und die Arktis aus einer First-Person-Perspektive anzusehen. In Abandoned selbst konnten sie das stereoskopische Terrain sehen und dazu einen Soundtrack hören, der zum Teil durch die Navigation des Geländes generiert wurde – ein Beitrag, der durch die Mitwirkung des Kanadiers David Jensenius möglich wurde.

Sowohl Ruth Gibson als auch Bruno Martelli schätzen die Rolle, die der Präsident von Christie bei der Präsentation von Abandoned rund um den Globus gespielt hat. „Gerry Remers sah das Projekt, als es noch in den Kinderschuhen steckte“ , erinnert sich Gibson. „Ich hatte einfach mal Kontakt zu ihm aufgenommen und konnte kaum glauben, dass er sich noch an mich erinnerte, als wir uns trafen. Das Team von Christie hätte uns nicht besser unterstützen können – sowohl in Nordamerika als auch später in Großbritannien.“

Sie fragten bei Christie nach, wie sich die Installation am besten optimieren ließe. Das Ergebnis war ein Gerüstturm. Die Künstler sagen, sie seien Carl Fowler, James Belso, Robert Sayer und Pal Roppa von Christie UK zu Dank verpflichtet für ihre Unterstützung und die Hilfe beim Aufbau. „Sie halfen uns auch dabei, genaue Pläne zu zeichnen – das hätte ohne Christie einfach nicht verwirklicht werden können“ , so die Künstler.

Dazu gehörte auch eine Einladung in die EMEA-Zentrale von Christie im britischen Wokingham, bei der es um Beratung hinsichtlich der Eignung der vorhandenen Computer- und Grafikkarten ging. Nach den Gesprächen nahmen sie ein Upgrade auf eine NVIDIA Quadro-Grafikkarte vor, die zwei Monitore in Stereo bedient. WorldViz steuerte eine Lizenz für ihre Software Vizard bei, die für das Streaming der OSC-Daten in die Audiosoftware SuperCollider sorgt.

„Wir haben wirklich alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Die Projektoren haben großartig funktioniert“, sagt Bruno Martelli. „Sie haben jede Menge Features und alle sind begeistert.“

Martelli und Gibson waren auch an Gesprächen im Rahmen der Ausstellung in Derby sowie an einem Abend unter dem Motto „In Conversation“ beteiligt, bei dem sie mit Kurator Richard Ducker sprachen. „Es ist interessant, die verschiedenen Virtual-Reality-Brillen und CAVE-Einstellungen zu vergleichen und sich die Unterschiede anzusehen und die jeweilige Form des Eintauchens, die damit möglich ist. Wenn man so in etwas eintaucht wie hier, dann wird unser Gehirn wirklich kreativ beim Ergänzen der ungenauen Wireframe-Bilder“, erklärt Martelli.

Er führt die Gaming-Welt als Inspiration dafür auf, wie man „schon fast ein Übermaß an Realität“ bereitstellen könne.Martelli erläutert: „Zwar ist es möglich, sich um das gleiche Maß an Realismus zu bemühen. Ich bin aber überzeugt von der Idee, eher zurückhaltend zu sein und die Regie dem Gehirn der Betrachter zu überlassen, wenn es darum geht, eine virtuelle Welt zu erschaffen. Das lässt der Phantasie freien Lauf.“

Um den Direktor der Bienalle CAFKA, Gordon Hatt, zu zitieren: „Gibsons und Martellis Arbeit setzt neue Maßstäbe für die Möglichkeiten moderner Visualisierungstechnologie, aber auch für unser Verständnis dafür, wohin moderne Kunst uns führen kann.“ Und Christie ist begeistert, hier als Unternehmen eine Rolle gespielt zu haben.

80ºN wurde in Zusammenarbeit mit QUAD produziert und vom Arts Council England und CAFKA14 unterstützt – unter der großzügigen Sponsorenschaft von Christie und WorldViz.

Die Arbeiten von Gibson und Martelli wurden in Galerien und auf Festivals weltweit gezeigt.

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