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Opernspektakel schlägt hohe Wellen

Christie Boxer setzen Carmen auf der Bregenzer Seebühne in Szene

publitec Präsentationssysteme & Eventservice GmbH

Austria

Performing arts, Rental & staging

Christie Boxer 4K30, Roadster HD20K-J projectors​​​

Opernspektakel schlägt hohe Wellen

Was haben James Bond und Carmen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel - und doch wussten beide bereits die einzigartige Kulisse der Seebühne für sich zu nutzen. Die ins Wasser des Bodensees gebaute Bühne im österreichischen Bregenz ist der Star der alljährlich im Juli und August stattfindenden Bregenzer Festspiele. Bereits seit 1946 zieht das „Spiel auf dem See" Kultur- und Opernbegeisterte an.  Die Tribüne bietet Platz für nahezu 7.000 Zuschauer, die Seebühne erwarb sich den Titel als größte ihrer Art weltweit.

Die richtungsweisenden Opern -Inszenierungen mit atemberaubenden Bühnenbildern und dem innovativen Einsatz moderner Technologien machten das Bregenzer Festival über die Jahre weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. So bekannt, dass die Macher des Bond-Films "Ein Quantum Trost" 2008 das überdimensionale blaue Auge, das im Spielplan 2007/2008 als Opernkulisse für die Inszenierung von Puccinis "Tosca" diente, in den Film einbauten - mitsamt einiger Szenen der dazugehörigen Aufführung.

Für die Premiere von Georges Bizets "Carmen" im 71. Festspieljahr setzte man auf ein nicht weniger eindrucksvolles Projection Mapping. Vier Christie® Boxer 4K30 und zwei Roadster HD20K-J Projektoren verteilten gestochen scharfe Bilder auf die 62 Spielkarten des Bühnenbildes. Bei der Inszenierung für die Spielzeit 2017/18 von Kasper Holten, ehemaliger Intendant des Londoner Royal Opera House, ragen zwei überdimensional große Frauenarme aus dem Wasser und werfen Spielkarten in die Luft.

 

Die Karten werden neu gemischt

Das aufwändige Bühnenbild lieferte die britische Künstlerin Es Devlin, die bereits mit Popstars wie Adele oder U2 zusammenarbeitete und unter anderem für die Kulissen der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London verantwortlich zeichnete. Inspiriert wurde sie dabei nach eigenen Angaben von der Szene, in der Carmen aus den Karten ihr verhängnisvolles Schicksal liest. Dabei besteht nicht nur die Kulisse, sondern auch der Boden der Bühne aus ineinandergelegten Spielkarten, auf denen ein Team aus Sängern, Tänzern und Akrobaten Bizets berühmteste Oper zu einem einzigartigen Showspektakel nebst Feuerwerk werden lässt.

Jede der rund 4,30 mal sieben Meter großen 62 Spielkarten stellt dabei eine eigene Projektionsfläche dar. Insgesamt sechs lichtstarke Christie-Projektoren bespielten das gesamte Bühnenbild. „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Christie Roadster HD20K-J und suchten die ideale Ergänzung, um die technischen Anforderungen zu erreichen. Mit vier Christie Boxer 4K30 zusätzlich fanden wir genau das richtige Setup", erläutert Markus Holdermann, Stellvertretender Leiter Licht bei den Bregenzer Festspielen.

Die Projektoren mussten ein einheitliches Gesamtbild erzeugen, um die Wirkung des Bühnenbilds als eine zusammenhängende Einheit zu verstärken. Dabei mussten die Bilder über die große Projektionsentfernung von 60 Metern zwischen Lichtturm und Seebühne gestochen scharf sein, - die 30.000 ANSI Lumen des Christie Boxer 4K30 waren daher gefordert. Geliefert wurden die Christie-Projektoren und die eingesetzten Medienserver von publitec Präsentationssysteme & Eventservice GmbH, einem Spezialisten für den Verkauf und die Vermietung von qualitativ hochwertiger Veranstaltungstechnik. „publitec hat sich hier als kompetenter und zuverlässiger Partner präsentiert", so Holdermann.

Aufgestellt wurden die Projektoren in Projektionsräumen der Regiezone sowie des gesamten Sets. Projiziert wurden verschiedene animierte Spielkartenmotive und Bilder von Toreros sowie einer Stierkampfarena. Hinzu kamen Live-Bilder der Sänger, die von zwei Live-Kameras und einer Remote-Kamera aufgenommen wurden. „Dadurch konnten die verschiedenen Szenen ohne große Bühnenumbauten dargestellt und einzelne Arien live dem Zuschauer eindrucksvoll näher gebracht werden", erklärt Holdermann.

Aufgrund der individuellen Anordnung der Karten im 3D-Raum sollten so unterschiedlichste Betrachtungswinkel entstehen. Die dadurch implizierte Dramatik musste von den Bedienern an den Projektoren punktgenau umgesetzt werden. „Im ganzen Stück gibt es über hundert Cues. Die müssen nicht nur zeitlich sitzen, sondern auch präzise auf die Spielkarten ausgerichtet sein", ergänzt Andre Groß, Produktmanager von publitec.

Die Verwendung moderner LED-Technik, wie sie bei vielen Bühnenbauten genutzt wird, kam hierfür nicht in Betracht: „Ein homogenes und vor allem weiches Gesamtbild zu erzeugen, bei der aus jedem Winkel die Karten so aussehen als ob sie bemalt wurden, kann nur mit einer Projektion erreicht werden", bestätigt Holdermann. So sieht es auch Groß: „Entscheidend ist hier technisch auch der Betrachtungswinkel, denn LEDs wirken bei bestimmten Neigungswinkeln nicht und die Spielkarten auf der Bühne sind alle unterschiedlich geneigt."

 

Perfektion auf, im und unter Wasser

Eine besondere Herausforderung für das Technik-Team waren die teils widrigen Wetterbedingungen - etwa bei der Premiere im Sommer: Regen war  angesagt und auf dem See blinkten die Sturmwarnleuchten. „Durch Sonne, Feuchtigkeit und Wind arbeitet die Bühne", so Holdermann. Die Bildjustage der Projektion zählte dabei zu den besonderen Tücken.

Andreas Flemming, Geschäftsführer von publitec, erklärt: „Der Christie Boxer 4K30 ist durch seine kompakte Größe und das geringe Gewicht und vor allem seine Robustheit für solch einen anspruchsvollen Einsatz perfekt geeignet." Zudem sorgt die intuitive Bedienung und einfache Justagemöglichkeit dafür, dass die Bediener hinter den Kulissen jederzeit Herr der Lage waren.

Die Projektoren selbst bekamen vom wechselhaften Wetter übrigens nichts mit: „Glücklicherweise konnten wir die Projektoren in unseren Projektionsräumen platzieren, erläutert Holdermann."

Doch die Premiere fiel deshalb nicht ins Wasser. So konnten die Sänger, darunter die Darstellerin der Micaëla, die ihre Arie in 15 Metern Höhe singt, die Balletttänzer, die sich inszenierungsbedingt im knöcheltiefen Wasser bewegten, und auch die sich aus der Höhe von den Karten abseilenden Stuntleute das Publikum in ihren Bann ziehen. Passend zum Thema wird Carmen in diesem Falle auch nicht von Don José erstochen, sondern in den Fluten des Bodensees ertränkt.

Für manchen Opernpuristen mag dies zu viel Spektakel sein, bei den Zuschauern kam die Inszenierung gut an. "Wir konnten eine sehr erfolgreiche Saison verbuchen und waren bereits vor der Premiere ausverkauft. Eine Kulisse in dieser Dimension in einem naturalistischen Design hat eine besondere Wirkung und wird durch die Verwandlungen mit Projektionen zu einem unvergesslichen Erlebnis," freut sich Holdermann.

2018 wird die "Carmen auf der Seebühne" wieder zum Leben erweckt. „Aus meiner Sicht sind keine großen Änderungen erforderlich. Wir konnten das Konzept bestmöglich umsetzen und speziell im Bereich Licht und Multimedia war das Ergebnis ein voller Erfolg", schließt Holdermann.

 

© Bregenzer Festspiele/ Karl Forster​

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